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Die Welt ist eine Scheibe

Als Geodät kann ich das Thema nicht so einfach stehen lassen. Natürlich ist unser Planet keine Scheibe, sondern ein ellipsoidischer Körper. Eine kleine Bildergeschichte, wie man aus dem Rotationsellipsoid trotzdem eine ebene Karte machen kann.

Wer schon einmal versucht hat, einen Apfel flach zu dürcken, wird bemerkt haben, dass das nicht möglich ist ohne dass der Apfel aufreißt. Nicht anders verhält es sich mit der kugelförmigen (ellipsoidischen) Form unseres Planeten: Versucht man sie auf eine Ebene zu reduzieren, ergeben sich Stauchungen und Zerrungen.

Dennoch ist es möglich, eine ebene Abbildung des ellipsoidischen Körpers zu erzeugen. Man behilft sich mit Projektionsflächen, die sich in eine Ebene abrollen lassen. Während das mit einer Kugel nicht klappt, könnte man zum Beispiel einen Zylinder als Projektionsfläche wählen.

Man sticht mit einer Nadel senkrecht durch das Ellipsoid und überträgt so alle Punkte auf den Zylinder. Man erhält ein Abbild der Kugel, eine Projektion. Am häufigsten sieht man heutzutage die Mercator-Projektion. Als direkte Folge dieses Vorgangs verzerrt sich der Anblick: Entweder bleiben Längen-, Winkel- oder Flächenverhältnisse erhalten, je nachdem für welche Projektion man sich entscheidet.

Nun muss man den Zylinder nur noch auf die Seite legen und über eine Druckvorrichtung rollen. Das Ergebnis ist eine Landkarte!

Den ganzen Vorgang habe ich in der heutigen Fotoaufgabe mal zu einer Bildergeschichte verarbeitet:

Die Urheberrechte für die abgebildete Landkarte liegt bei den jeweiligen Community-Mitgliedern der Openstreetmap, da ich die Karte aus dieser gedruckt habe.

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