Veröffentlicht am Schreib einen Kommentar

Hintergrundstrahlen

Die Motive sind bei 99% aller Fotos im Vordergrund. Heute geht es bei der Fotochallenge mal darum, den Hintergrund in den Vordergrund zu rücken.

Kosmologen, Physikern und Nerds (wie ich einer bin), springt beim Thema „Hintergrundstrahlen“ vermutlich etwas ganz anderes in den Sinn. Nämlich die sog. 3-Kelvin-Hintergrundstrahlung.

Weil es ja um Photographie geht, möchte ich gar nicht viele Worte zu dem Phänomen verlieren, doch ganz unerwähnt möchte ich die Bedeutung des Themas nicht lassen. Anhand dieser im ganzen Universum beobachtbaren (mit wenigen Abweichungen) Strahlung (Wellenlänge / Frequenz) lässt sich die Urknalltheorie und die damit verbundene Ausdehnung des Universums beweisen.
Durch die Ausdehnung scheinen sich andere Teile des Universums von uns wegzubewegen. In der Folge dieser Bewegung (von der auch Licht und Strahlung betroffen sind), verschieben sich die Frequenzen.

Copyright: ESA/Planck Collaboration [Quelle]

Diese Doppler-Rotverschiebung ließ sich durch verschiedene Experimente zu etwa 2.725 Kelvin bestimmen (den Zusammenhang zwischen Temperatur, Wellenlänge und Frequenz habe ich im Beitrag zum Weißabgleich erklärt). Da die Messwerte isotrop (in alle Richtungen gleichförmig) sind und nur wenig Abweichungen aufweisen, bewegen sich die anderen Objekte im Universum also mehr oder weniger in die gleiche Richtung relativ zu uns. Und zwar weg. Also werden alle Abstände größer, was einer Ausdehnung des Universums gleichkommt.

Wenn jemand mehr wissen möchte, kann ich tatsächlich den Wikipedia-Artikel und die Website der Planck-Mission (von der das obige Bild übrigens stammt) ans Herz legen.

Genug Exkurs

Komme ich also nun zum Bild des Tages, das ich bereits vor ein paar Tagen aufgenommen habe. Das Thema des heutigen Tages war mir zu dem Zeitpunkt schon bekannt und so habe ich das Bild gezielt aufgenommen.

Kurz nach 23:00 Uhr hatte der Himmel noch immer eine wunderbar bläuliche Färbung bei vollkommener Wolkenlosigkeit. Als ich eigentlich schon zum Schlafen im Bett lag, habe ich durchs Fenster die Intensität der Farben erst so richtig wahrgenommen.

ISO 1600, 50mm, f/1.2, 1/20s

Das ansonsten dunkle Zimmer steht dabei in einem tollen Kontrast. Manche Gegenstände und die Fensterscheibe reflektieren einen Teil des Lichts und am Fenstersturz sieht man den gelblichen Schein der Straßenlaterne.
Die Struktur im geöffneten Fenster kommt übrigens vom Moskitonetz, das ich vorm Fenster habe. Über die Deutlichkeit des Gitters bei so weit geöffneter Blende war und bin ich wirklich erstaunt.

Wie denkst du zu diesem Thema?

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.