Optimal freistellen

von Nico

Manchmal stelle ich beim Durchsehen meiner Fotos fest, dass ich den Bildausschnitt nicht optimal gewählt habe. Dank des digitalen Workflows ist das Missgeschick am Computer in der Regel leicht zu beheben.

Meistens habe ich schon eine konkrete Komposition im Kopf bevor ich auf den Auslöser drücke. Hin und wieder passiert es jedoch, dass ich mit dem Bildausschnitt doch etwas daneben bin. Das ist zwar kein typisches Problem bei Landschaften, sondern eher bei Szenen auf Konzerten oder Sportevents – eben wenn es schnell gehen muss.

Doch heute geht es mal genau darum, den Bildausschnitt im Nachhinein zu ändern. Meine Kamera nimmt die Fotos standardmäßig im Format 3:2 auf. An zwei Bildern möchte ich zeigen, wie sich die Wirkung in den Formaten 1:1, 4:3 und 3:1 ändert.

Querformatige Ursprungsaufnahme

Anfang der Woche hat sich der März nochmal im besten Aprilwetter gezeigt. Gerade als wir noch eine Runde Spazieren waren, hat uns ein Graupelschauer erwischt. Kurze Zeit später konnte ich die Aufnahme des Salettls im Hofgarten mit den eingezuckerten Blumen im Vordergrund machen:

Die querformatigen Varianten sind allesamt recht harmonisch, finde ich. In den letzten Monaten habe ich mich tatsächlich ausgiebiger mit Bildformaten beschäftigt. Nach einigem Ausprobieren versuche ich mittlerweile meine Aufnahmen im Format 4:3 oder 4:5 zu komponieren – diese beiden Seitenverhältnisse empfinde ich als am angenehmsten.

Hochformatige Ursprungsaufnahme

Ein paar Minuten vor der obigen Aufnahme ist die Bildgrundlage für das hochformatige Foto entstanden (wer meinen Instagram-Account verfolgt, dürfte das Bild bereits kennen…):

Bei einer vertikalen Ausrichtung werden die unterschiedlichen Seitenverhältnisse sehr spannend, finde ich. Zunächst ist vor allem das schmale Format 1:3 sehr gewöhnungsbedürftig. Da ich aber hin und wieder Fotos für Kampagnen liefere, sehe ich hier zum Beispiel bei Werbefahnen und -wimpeln einen Einsatzbereich für die Aufnahme. Allerdings muss hier das Motiv auch passen.
Mein Favorit ist hier wieder das 3:4 Format.

Zusammenfassung

Das Beschneiden der Aufnahme im Nachgang ist ein guter Rettungsanker, falls bei der eigentlichen Fotografie doch etwas in die Hose gegangen ist. Jedoch macht auch das Freistellen grobe Kompositionsfehler nicht wett. Insbesondere wenn man Aufträge hat, sollten die zu liefernden Bildformate bereits vor dem Shooting festgehalten werden; dann kann die Komposition darauf abgestimmt werden.

Bei der Landschaftsfotografie ist meist nicht allzu viel Action (Ausnahme ist hier vielleicht die Wetterfotografie) geboten, so dass hier auf jeden Fall eine detaillierte Komposition möglich ist. Die paar Sekunden Zeit vor Ort können Frustration bei der Auswahl der Aufnahmen am Computer ersparen.

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1 Kommentar

Ein Panorama erstellen – the kk 23. April 2023 - 10:23 PM

[…] 52 Fotoprojekte für bessere Landschaftsfotos […]

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