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Schneller und komfortabler zum Flug

Wer häufig auf Flugreisen geht, kennt das Problem aus eigener Erfahrung: Die Sicherheitskontrolle zieht sich in die Länge, die Zeit bis zum Boarding wird immer knapper. Gerade jetzt zur Weihnachtszeit dürften sich Passagiere am Flughafen München jedoch über neuartige Kontrollspuren freuen.

Wenn Vielflieger auf Gelegenheitsflieger treffen, ist spätestens an der Sicherheitskontrolle das eine oder andere entnervte Stöhnen zu hören. Während die einen schon mit Gürtel, Geldbeutel und Schlüssel in den Händen anstehen, sind die anderen noch beschäftigt ihre Flüssigkeiten hervorzukramen oder gar erst in Beutel zu verpacken.

Um weniger Ein- und Auspacken zu müssen, wird seit rund einem Jahr wird am Flughafen im Moos eine neue Technik für die Sicherheitskontrollen getestet, die viele nur aus der Medizintechnik kennen.

Die Ergebnisse des Modelllaufs seit Februar übertreffen dabei alle Erwartungen und so konnten heute durch den bayerischen Verkehrsminister, Dr. Hans Reihhart, zwei Kontrollspuren in den Regelbetrieb des Terminal 2 übernommen werden.

97 Prozent der befragten Passagiere zeigten sich mit der komfortablen und schnellen Abfertigung zufrieden. Doch nicht nur auf die Geschwindigkeit kommt es bei den Kontrollen an; auch die Zuverlässigkeit und Sicherheit sind hier oberste Ziele. Durch die neuen Computertomographen (CT) wird das gesamte Handgepäck automatisiert auf Sprengstoff untersucht und das bei deutlich weniger „Fehlalarmen“ als bei der bislang üblichen Verfahrensweise.

Daher will der Verkehrsminister zügig auf das neue System umstellen. Das passiert über die nächsten Jahre sukzessive und nicht bei allen Kontrollspuren, da sich die Sicherheitstechnik auch stets weiterentwickelt und man auch künftig Testphasen fahren möchte.

„Die Testergebnisse unterstreichen einmal mehr die Vorreiterrolle des Flughafen Münchens in Deutschland und der Welt. Das neue Kontrollsystem ist ein Quantensprung mit mehr Effizienz und höherer Sicherheit. Wir werden 2020 mit der schrittweisen Umrüstung der Handgepäckskontrollen beginnen und in 61 neue Computertomographen und 48 neue Kontrollspuren investieren. Der Flughafen München wird also als erster Flughafen in Deutschland mit der neuen Sicherheitstechnik serienmäßig ausgestattet. Das zeigt: Wir reden nicht nur, wir handeln.“, so Reichhart.

Die Neuanschaffungen werden sich dabei auf beide Terminals des Flughafens aufteilen.

Auch der Flughafenchef, Dr. Michael Kerkloh, ist überzeugt: „Dank der neuen Technologie werden nicht nur Sicherheit und Effizienz der Kontrollen, sondern auch der Passagierkomfort erheblich gesteigert. Da Laptop und Flüssigkeiten im Handgepäck bleiben und jeder sich in seiner eigenen Geschwindigkeit auf den Kontrollvorgang vorbereiten kann, gelangen die Reisenden hier völlig stressfrei in den Abflugbereich.“

Als Mitbetreiber des Terminal 2 hat sich auch der CEO des Lufthansa Hub München, Wilken Bormann, über die Entzerrung der Kontrollen positiv geäußert: „Unsere Kunden erleben in München verlässlich komfortable Sicherheitskontrollen ohne lange Wartezeiten. Das ermöglicht ihnen zeitliche Planbarkeit. Die zukunftsweisenden Sicherheitsspuren im Terminal 2 sind das Ergebnis gelebter Systempartnerschaft in München.“

Die Sicherheitskontrollen am Münchner Flughafen haben national wie international für Aufsehen gesorgt. Hierbei übernahm der Freistaat eine Vorreiterrolle, indem am Flughafen München bundesweit die ersten beiden Computertomographen (CT) für Handgepäckkontrollen in Betrieb genommen wurden. Zum Einsatz kommen hier modernste Sicherheitsscanner zur Kontrolle der Passagiere und automatisch nach Sprengstoff suchende Computertomographen für die Handgepäckkontrolle, sowie ein vollautomatisches Wannenfördersystem. Insbesondere die CT-Geräte stellen einen Quantensprung in der Entwicklung der Kontrolltechnik dar, wodurch ein erheblicher Sicherheitsgewinn für den Luftverkehr erzielt wird.

Während bislang in einer Kontrollspur rund 100 Passagiere pro Stunde kontrolliert werden konnten, schafft eine neue Kontrollspur stündlich bis zu 260 Passagiere – eine Steigerung um 160 Prozent pro Spur. Mit einer stündlichen Kontrolle von 520 Passagieren pro Doppelschleuse werden Wartezeiten erheblich verkürzt und Verspätungen im Luftverkehr minimiert.

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