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Käse trifft Fritten: Poutine

Poutine

Es war am ersten vollen Tag, den wir während unserer Kanadareise 2018 hatten, als ich zum ersten Mal in meinem Leben eines der kanadischen Nationalgerichte probiert habe. Die Vereinigung von drei Zutaten (zwei davon gehören eh in jede Küche, wie ich finde) zu einem schmackhaften und sehr sättigendem Imbiss: Die Poutine – zum Dahinschmelzen.

Nachdem wir unseren Mietwagen in Calgary abgeholt haben, sind wir zum Mittagessen in eine Mall gefahren. Unser Uber-Fahrer gab uns einen Tipp: Das Chinook Centre in Calgary’s Meadowlark Park Neighbourhood. Eigentlich gibt es in Kanada ja auch außerhalb von Malls ein reichliches Angebot an Essensmöglichkeiten, aber wir waren außerdem noch auf der Suche nach einer SIM-Karte, die uns während der drei Wochen mit Internet und der Möglichkeit für Notrufe ausstatten sollte.

Hungrig geht man aber nicht zum Einkaufen, also haben wir zuerst den Foodcourt aufgesucht und dort neben einigen, bekannten Ketten auch „New York Fries“ gefunden. Moment mal: New York und ein kanadisches Nationalgericht? Abgesehen vom Namen, passt das ganze letzten Endes doch zusammen, denn bei dem Laden handelt es sich um eine Filiale der kanadischen Kette „New York Fries“.

Carola hatte im Vorfeld der Reise schon den einen oder anderen Reiseführer durchgewälzt und machte mich auf das kanadische Nationalgericht erst aufmerksam. Also musste ich das einfach probieren, obwohl alles in mir schrie: „Tu es nicht!„, schließlich klang „Pommes mit Käse und Bratensoße“ jetzt erstmal nicht so verlockend. Aber es ist ein Nationalgericht!

Ich war mir absolut nicht sicher, ob ich das mag. Aus diesem Zweifel habe ich zu meiner Poutine sicherheitshalber einen Hot Dog bestellt – nur für den Fall der Fälle. Mit Hot Dog, Poutine und Root Beer beladen, balancierte ich mein Tablett also zu einem freien Sitzplatz.

Dampfend und gar nicht mal so übel aussehend stand es nun also vor mir auf dem Tisch, mein erstes Mittagessen in Kanada. Da ich den mit Bratensoße und Käse überbackenen Fritten weiterhin skeptisch gegenüberstand („Oh Gott, warum hast du dir das bestellt?“), habe ich mit dem Hot Dog angefangen.

Nach einem kräftigen Schluck Root Beer habe ich mich an meine Poutine gewagt. Carolas Blick war eine Mischung aus Skepsis, Schadenfreude und ein wenig Ekel. Wenn es etwas gibt, das wir nicht leiden können, dann sind das aufgeweichte Pommes.

Der Käse zog schon lange Fäden, als ich mit der Gabel in die Pommes stach, die erstaunlicher Weise noch ziemlich knusprig waren! Also ab damit in den Mund. Auf dem Weg dahin habe ich noch ein paar Mal darüber nachgedacht, ob ich das wirklich will. Und happs!

Nach ein paar nachdenklichen Augenblicken habe ich es gewusst: Poutine und ich werden beste Freunde! Geschmack und Konsistenz dieser Kreation haben mich einfach überzeugt und nachdem ich den Pott leer gegessen hatte, war ich pappsatt und angesteckt mit der Poutinesucht!

Ich weiß nicht mehr, wie oft in den folgenden drei Wochen ich mir noch eine Poutine bestellt habe. Aber jedes einzelne Mal war es wert!

Ab dieser ersten Portion war mir klar, dass ich auch zuhause nicht mehr auf Poutine verzichten wollen werde. Aber zum Glück gibt es (fast) alle Zutaten auch hier bei uns. Ich schreibe deswegen fast, weil ich bislang noch keine Cheese Curds (die bei der Produktion von Cheddar gewonnen werden) finden konnte. Trotzdem möchte ich im Folgenden kurz mein Rezept – sofern man das so nennen darf – bringen.

Poutine à la KK

Man nehme eine Portion Pommes (da ich keine Fritteuse habe, nehme ich Backofen Fritten), Reibekäse eigener Wahl (auch in der Menge eigener Wahl; am besten schmeckt es mir allerdings mit Mozzarella oder Gouda) und bereite sich eine dunkle Bratensoße zu.

Wenn die Pommes fertig sind, kommen sie in einen tiefen Teller oder eine Schüssel, werden mit dem Käse überstreut und das Ganze im Anschluss noch mit der Bratensoße übergossen. Bis man am Tisch ist, ist der Käse in der Regel schon angeschmolzen und dem Poutine-Genuss steht nichts mehr im Wege.

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