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Im Land der Riesen – Sequoia National Park

Nachdem wir nun unseren ersten U.S. Nationalpark, den Yosemite, hinter uns gelassen haben, führt uns der Roadtrip weiter nach Süden. Über Fresno und Visalia fuhren wir nach Three Rivers am Fuße der Sierra Nevada.

Die Route führte durch die Ebene zwischen Küstenkette und Sierra Nevada, vorbei an zahllosen Pfirsisch-, Zitronen- und Nussplantagen. Auf der einen Seite ist das wirklich beeindruckend. Betrachtet man auf der anderen Seite jedoch die Wasserknappheit im Bundesstaat Kalifornien kommt man schon ins Grübeln ob nicht eher Früchte mit weniger Wasserbedarf angebaut werden sollten…

Nach etwa vierstündiger Fahrt haben wir unser Motel in Three Rivers erreicht. Trotz der späten Stunde hatte es noch angenehme 25 Grad draußen und wir waren wirklich traurig, dass die Pool Hours schon vorbei waren. Aber am nächsten Tag, nach Wanderungen durch den Sequoia Nationalpark, wäre das genau das Richtige.

Aufbruch in den Sequoia National Park

Wir haben uns schon recht zeitig auf den Weg in den nur wenige Autominuten vom Motel entfernten Sequoia National Park gemacht – schließlich wollten wir möglichst viel davon sehen. Eingangspunkt für uns war der Sequoia National Park Ash Mountain Entrance, etwa 7 Meilen vom Motel. Ohne Probleme wurden wir von den Rangers durchgewunken, dank der am Rückspiegel befestigten Plakette unseres Annual Pass.

Die erste Station auf dem Weg war Tunnel Rock. An diesem Stein, der mich sehr an die Flintstones erinnerte, kommt man zwangsweise vorbei wenn man die Straße von Three Rivers fährt. Nur ein paar Meter neben dem Stein gibt es auch einen Turn-out mit Parkplätzen. Viel Betrieb war an diesem kleinen Haltepunkt nicht als wir dort waren. Auf Google jedoch berichten einige Autoren in ihren Bewertungen von Staus und zu vielen Leuten.

Von jetzt an ging es immer weiter in die höheren Lagen der Sierra Nevada. Die zum Teil enge Straße schlängelt sich die Westflanke der Gebirgskette nach oben, bis man bei Moro Rock und dem Giant Forest herauskommt.

Je höher wir kamen, desto weniger erinnerte das Wetter an Sunny California. Irgendwann waren wir dann in den Wolken und die Sicht ging gegen Null – genau wie die Temperaturen. Bei kalten +5°C stiegen wir im Giant Forest aus dem Auto. Die großen Sequoia wirkten wie Stützen für die Wolken, in denen die Baumstämme verschwanden.
Damit hatten wir nun so gar nicht gerechnet. Das zeigt aber wieder einmal, dass das Wetter im Gebirge unberechenbar ist.

Trotz des Nebels und der niedrigen Temperaturen haben wir uns im Wald der Riesen umgesehen. Beeindruckend sind sie in jedem Fall. Irgendwie machte die niedrige Bewölkung den Besuch sogar mystisch obwohl ich schon gerne bis ganz nach oben gesehen hätte…

Auf dem Weg zurück zum Auto fing es dann tatsächlich auch noch an zu schneien! Das Thermometer im Auto zeigte frostige 28°F (etwa -2°C) an und die Flocken tanzten in der Luft. Im dichten Schneetreiben haben wir dann noch einen Anhalter mit zum Visitor Center genommen. Der junge Mann war auf einer langen Wanderung (das hat man leider auch gerochen; unser Mietwagen war auch bei der Rückgabe noch von einer Geruchmischung aus Lagerfeuer und Schweiß gezeichnet) von Minnesota nach Los Angeles. Drei Monate war er nach seiner Erzählung schon unterwegs.

Früher als geplant und mit deutlich weniger besuchten Sehenswürdigkeiten als wir vorhatten, verließen wir den National Park am Nachmittag wieder. Wir waren ziemlich durchgefroren und eine Fahrt weiter nach oben erschien uns wegen des Schneefalls mit unserem Mietwagen nicht sinnvoll. Schade eigentlich, denn in den Kings Canyon sind wir gar nicht gekommen.

Einen Zwischenstopp zum Aufwärmen haben wir aber noch im Giant Forest Museum eingelegt. Hier kann man viel über die Sequoia und den Giant Forest lernen. Außerdem war die heiße Schokolade hier ganz lecker. 😉

Wie anfangs erzählt, wollten wir am Abend eigentlich in den Pool am Hotel springen um uns abzukühlen. Das hat sich aufgrund des Wetterumschwungs aber wirklich erledigt. Bei Temperaturen zwischen 5°C und 12°C war es uns einfach zu kalt zum Baden. Stattdessen gab es eine warme Dusche.

Immerhin eine gute Sache hatte das trübe Schneewetter: Wir waren fast alleine im Park unterwegs. Bis auf einen Volltrottel, der mit seinem Sportwagen unbedingt die Bergstraße hinauffahren musste (logischerweise war dann in einer sehr engen Kurve mit den abgefahrenen Sommerreifen das Ende seiner Spritztour erreicht) und unseren Wanderer waren nicht wirklich viele weitere Personen unterwegs. So leer dürfte es selten im Nationalpark sein.

Nächste Etappe: The City of Angels

Am nächsten Tag wartete eine lange Route auf uns: 200 Meilen von Three Rivers über Bakersfield nach Los Angeles. Die Etappe hielt gleich den nächsten Wetterumschwung für uns bereit, denn es war ziemlich heiß als wir durch die karge Graslandschaft mit gelegentlichen Ölfeldern fuhren. Mehr dazu im nächsten Beitrag.

Weitere Beiträge aus dieser Reihe:

Weitere Beiträge sind in Arbeit. 🙂

2 Gedanken zu „Im Land der Riesen – Sequoia National Park

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